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Lagerkennzahlen und Meldebestand – Prüfungsaufgabe Schritt für Schritt

Vorschaubild: Lagerkennzahlen und Meldebestand – Übungsaufgabe Schritt für Schritt erklärt

Worum es im Video geht

Lagerkennzahlen auf Prüfungsniveau an einer Schwer-Aufgabe: den durchschnittlichen Lagerbestand aus dreizehn Inventurwerten bilden, daraus Umschlagshäufigkeit und Lagerdauer berechnen, mit dem Lagerzinssatz die Kosten des gebundenen Kapitals ermitteln und im Bestellpunktverfahren Tagesverbrauch, Sicherheitsbestand, Meldebestand und Höchstbestand bestimmen.

Erst selbst rechnen? Die Aufgabe ist Aufgabe 5 in unserer Beispiel-PDF, die Lösung steht hinten. Oder online lösen

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Die Aufgabe

Die Kranich Baustoffe OHG aus Kaiserslautern handelt mit Baustoffen und Heimwerkerbedarf. Es geht um einen einzigen Artikel: Wandfarbe im 10-Liter-Eimer. Die Lagerverwaltung hat dreizehn Bestände gemeldet – den Anfangsbestand am 1. Januar und den Bestand am Ende jedes der zwölf Monate.

Gesucht sind in Teil a die Lagerkennzahlen (durchschnittlicher Lagerbestand, Umschlagshäufigkeit, durchschnittliche Lagerdauer), in Teil b die Kosten des gebundenen Kapitals (Lagerzinssatz, durchschnittlicher Lagerbestandswert, Lagerzinsen) und in Teil c das Bestellpunktverfahren mit Tagesverbrauch, Sicherheitsbestand, Meldebestand und Höchstbestand.

Auf der Stufe Schwer steht der Durchschnitt nicht fertig in der Aufgabe: Du bildest ihn selbst aus den dreizehn Inventurwerten. Auch der Sicherheitsbestand ist nur als Satz beschrieben, nicht als Zahl.

Inventurwerte
13 (Anfangsbestand + 12 Monatsenden)
Jahresverbrauch
15.840 Eimer
Einstandspreis
37,00 € je Eimer
Jahreszinssatz
6 %
Lieferzeit
12 Tage
Sicherheitsbestand
Verbrauch von 4 Tagen
Bestellmenge
2.280 Eimer
Jahr
360 Tage

Lösungsweg Schritt für Schritt

▶ 2:29Teil a: Durchschnittlicher Lagerbestand aus 13 Werten

Die Formel: Anfangsbestand plus zwölf Monatsendbestände, geteilt durch dreizehn. Warum durch dreizehn und nicht durch zwölf? Weil es dreizehn Stichtage gibt. Der Anfangsbestand am 1. Januar ist der Bestand, bevor der erste Monat beginnt, danach kommt jedes Monatsende dazu. Jeder Stichtag zählt gleich viel.

Am einfachsten addierst du Spalte für Spalte: erst Anfangsbestand bis Ende Juni, dann Juli bis Dezember.

Anfangsbestand bis 30.06.2.450 + 2.730 + 2.850 + 2.450 + 3.200 + 3.270 + 2.24019.190
+Bestände 31.07. bis 31.12.1.840 + 2.440 + 3.500 + 2.150 + 2.690 + 2.51015.130
=Summe der 13 Bestände34.320
÷Anzahl der Stichtage13
=Durchschnittlicher Lagerbestand34.320 ÷ 132.640 Eimer

Achtung: Wer 2.655,83 herausbekommt, hat den Anfangsbestand vergessen und nur die zwölf Monatsendbestände durch 12 geteilt. Es sind dreizehn Werte.

▶ 4:36Umschlagshäufigkeit und Lagerdauer

Die Umschlagshäufigkeit ist der Jahresverbrauch geteilt durch den durchschnittlichen Lagerbestand. Sie sagt, wie oft der durchschnittliche Bestand im Jahr komplett verkauft und wieder aufgefüllt wird. Je höher sie ist, desto kürzer liegt die Ware im Regal – und wie lange genau, zeigt die durchschnittliche Lagerdauer.

Umschlagshäufigkeit
15.840 ÷ 2.640 = 6
Durchschnittliche Lagerdauer
360 Tage ÷ 6 = 60 Tage

Jeder Eimer liegt also im Schnitt 60 Tage im Lager. Damit ist Teil a fertig.

Achtung: Wer 60,83 Tage herausbekommt, hat mit 365 Tagen gerechnet. Laut Aufgabe hat das Jahr 360 Tage.

▶ 5:55Teil b: Lagerzinssatz und Lagerzinsen

Jeder Eimer im Regal ist schon bezahlt – und dieses Geld fehlt auf dem Konto. Der Kontokorrentkredit der Hausbank kostet 6 % Zinsen im Jahr.

Jetzt kommt der wichtige Begriffswechsel: Die 6 % sind ein Jahreszins. Ein Eimer liegt aber nicht ein ganzes Jahr im Lager, sondern nur 60 Tage. Deshalb brauchst du den Lagerzinssatz – den Zins nur für die Zeit, in der das Geld wirklich gebunden ist.

Tipp: Lagerzinssatz = Jahreszinssatz × durchschnittliche Lagerdauer ÷ 360.

Lagerzinssatz
6 % × 60 ÷ 360 = 1,00 % (6 × 60 = 360, geteilt durch 360)
Ø Lagerbestandswert
2.640 Eimer × 37,00 € = 97.680,00 €
Lagerzinsen
97.680,00 € × 1 % = 976,80 €

97.680,00 € – so viel Geld steckt im Schnitt in der Wandfarbe. Es kostet das Unternehmen 976,80 € Zinsen.

Achtung: Wer 5.860,80 € herausbekommt, hat mit den vollen 6 % gerechnet. Das Kapital ist aber nicht das ganze Jahr gebunden, sondern nur für die durchschnittliche Lagerdauer.

▶ 7:41Teil c: Tagesverbrauch und Sicherheitsbestand

Im Bestellpunktverfahren geht es nicht mehr ums Geld, sondern um die Frage: Wann musst du nachbestellen, damit das Regal nie leer wird? Die Antwort hängt an drei Dingen – wie viel jeden Tag rausgeht, wie lange die Lieferung braucht und wie viel Reserve im Lager bleiben soll.

Tagesverbrauch
15.840 Eimer ÷ 360 = 44 Eimer am Tag
Sicherheitsbestand
44 Eimer × 4 Tage = 176 Eimer

Für den Sicherheitsbestand steht keine fertige Zahl in der Aufgabe, sondern ein Satz: Er entspricht dem Verbrauch von vier Tagen. Diese 176 Eimer bleiben als eiserne Reserve im Lager, falls sich eine Lieferung verspätet.

▶ 8:47Meldebestand

Der wichtigste Wert in Teil c: Fällt der Bestand auf den Meldebestand, wird bestellt. Die Formel lautet Tagesverbrauch × Lieferzeit + Sicherheitsbestand.

Verbrauch während der Lieferzeit44 Eimer × 12 Tage528 Eimer
+Sicherheitsbestand176 Eimer
=Meldebestand704 Eimer

Warum genau so? Bei 704 Eimern geht die Bestellung raus. In den zwölf Tagen, bis die Ware da ist, werden 528 Eimer verkauft. Wenn die Lieferung eintrifft, liegen also noch genau 176 Eimer im Lager – der Sicherheitsbestand, unangetastet.

Achtung: Wer 528 herausbekommt, hat den Sicherheitsbestand vergessen. Dann geht der letzte Eimer genau in dem Moment raus, in dem die Lieferung kommt – und jede Verspätung heißt: leeres Regal.

▶ 9:55Höchstbestand

Wie voll kann das Lager höchstens werden? Die Lieferung trifft genau dann ein, wenn nur noch der Sicherheitsbestand da ist. Dazu kommen die 2.280 Eimer der Bestellung: 176 + 2.280 = 2.456 Eimer. Damit ist auch Teil c komplett.

Tipp: Höchstbestand = Sicherheitsbestand + Bestellmenge. Er wird erreicht, wenn eine Lieferung genau beim Erreichen des Sicherheitsbestands eintrifft.

▶ 10:32Das Wichtigste in drei Sätzen

Teil a: aus dreizehn Inventurwerten den Durchschnitt bilden, daraus Umschlagshäufigkeit und Lagerdauer. Teil b: mit der Lagerdauer den Lagerzins rechnen, nicht mit dem Jahreszins. Teil c: den Meldebestand immer mit Sicherheitsbestand.

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Wie du die optimale Bestellmenge mit der Andler-Formel bestimmst, zeigt ein eigenes Video.

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