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Optimale Bestellmenge nach Andler – Prüfungsaufgabe Schritt für Schritt

Vorschaubild: Optimale Bestellmenge (Andler-Formel) – Extrem-Aufgabe Schritt für Schritt

Worum es im Video geht

Die optimale Bestellmenge an einer Extrem-Aufgabe: die Andler-Formel und warum dort 200 statt 2 steht, eine Kostentabelle mit Sicherheitsbestand als Kontrolle, Umschlagshäufigkeit und Lagerdauer – und wie viel Kapital frei wird und wie viel Zinsen das Unternehmen spart, wenn die Ware schneller das Lager verlässt.

Erst selbst rechnen? Die Aufgabe ist Aufgabe 7 in unserer Beispiel-PDF, die Lösung steht hinten. Oder online lösen

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Die Aufgabe

Die Grothe Werkzeughandel GmbH & Co. KG aus Heilbronn will die Lagerhaltung für einen Artikel überprüfen: Leitern mit 3 × 7 Sprossen. Jede Bestellung kostet einen festen Betrag – egal, wie viel bestellt wird –, und das Lager hält ständig einen Sicherheitsbestand vor.

Gesucht sind in Teil a die optimale Bestellmenge nach der Andler-Formel und die Anzahl der Bestellungen, in Teil b eine Kostentabelle für fünf vorgegebene Bestellmengen und in Teil c Umschlagshäufigkeit, Lagerdauer und Lagerbestandswert – dazu das freigesetzte Kapital und die Zinsersparnis, wenn die Lagerdauer um 4 Tage sinkt.

Weil es die Stufe Extrem ist, zählt der Sicherheitsbestand beim durchschnittlichen Lagerbestand mit – und das Jahr hat laut Aufgabe 360 Tage, nicht 365.

Jahresbedarf
1.080 Stück
Bestellkosten je Bestellung
205,00 €
Einstandspreis
123,00 € je Stück
Lagerhaltungskostensatz
25 %
Sicherheitsbestand
30 Stück
Tage im Jahr
360
Bestellmengen der Tabelle
270 · 216 · 180 · 120 · 108 Stück
Verkürzung der Lagerdauer
4 Tage
Marktzins
12 %

Lösungsweg Schritt für Schritt

▶ 2:00Teil a: Warum es eine optimale Bestellmenge gibt

Bestellst du selten große Mengen, zahlst du wenig für Bestellungen – aber dein Lager ist voll, und das kostet. Bestellst du oft kleine Mengen, ist das Lager fast leer – dafür zahlst du jedes Mal 205,00 € für die Bestellung.

Die eine Kostenart sinkt, die andere steigt. Optimal ist die Bestellmenge, bei der beide zusammen am niedrigsten sind – und genau die liefert die Andler-Formel.

▶ 2:38Teil a: Andler-Formel – 200 statt 2

Die Formel steht in der Formelhilfe: die Wurzel aus 200 mal Jahresbedarf mal Bestellkosten je Bestellung, geteilt durch Einstandspreis mal Lagerhaltungskostensatz in Prozent.

xopt = √(200 · M · Bfix ÷ (E · L%))

M = Jahresbedarf in Stück · Bfix = Bestellkosten je Bestellung · E = Einstandspreis je Stück · L% = Lagerhaltungskostensatz in Prozent

Warum 200 und nicht 2? Im Original steht eine 2, und der Lagerhaltungskostensatz wird als Dezimalzahl eingesetzt – also 0,25. Setzt du stattdessen 25 ein, ist der Nenner hundertmal so groß. Das gleicht der Zähler aus: 2 × 100 = 200.

Zähler200 × 1.080 Stück × 205,00 €44.280.000
÷Nenner123,00 € × 253.075
=Wert unter der Wurzel44.280.000 ÷ 3.07514.400
√Optimale BestellmengeProbe: 120 × 120 = 14.400120 Stück
Anzahl Bestellungen1.080 Stück ÷ 120 Stück9

Achtung: Wer hier 12 Stück erhält, hat mit 2 statt 200 gerechnet – obwohl die 25 als Prozentzahl eingesetzt wurde.

Und der Sicherheitsbestand? Er kommt in der Formel nicht vor. Die 30 Stück liegen immer da, egal wie oft du bestellst. Sie kosten in jeder Variante dasselbe und verschieben das Optimum deshalb nicht.

▶ 4:45Teil b: Kostentabelle – die erste Zeile

Die Kostentabelle prüft das Ergebnis aus Teil a nach. Fünf Bestellmengen sind vorgegeben, und für jede rechnest du dieselben fünf Schritte. Die erste Zeile mit 270 Stück im Detail:

Warum ist der durchschnittliche Lagerbestand die halbe Bestellmenge? Kommt die Lieferung, ist das Lager voll. Dann wird gleichmäßig verkauft, bis es leer ist – und die nächste Lieferung kommt. Im Schnitt liegt also die Hälfte der Bestellmenge da. Darunter liegen die ganze Zeit die 30 Stück Sicherheitsbestand.

Tipp: Rechne einmal vorab aus, was ein Stück im Lager pro Jahr kostet: 123,00 € × 25 % = 30,75 €. Damit geht die ganze Tabelle schneller.

Anzahl Bestellungen1.080 Stück ÷ 270 Stück4
Ø Lagerbestand270 Stück ÷ 2 + 30 Stück165 Stück
Lagerhaltungskosten165 Stück × 30,75 €5.073,75 €
+Bestellkosten4 × 205,00 €820,00 €
=Gesamtkosten5.893,75 €

Achtung: Wer 135 Stück als Lagerbestand stehen hat, hat den Sicherheitsbestand vergessen.

▶ 6:48Teil b: 216 und 180 Stück

Die nächsten beiden Zeilen gehen genauso.

216 Stück
Anzahl Bestellungen1.080 Stück ÷ 216 Stück5
Ø Lagerbestand216 Stück ÷ 2 + 30 Stück138 Stück
Lagerhaltungskosten138 Stück × 30,75 €4.243,50 €
+Bestellkosten5 × 205,00 €1.025,00 €
=Gesamtkosten5.268,50 €
180 Stück
Anzahl Bestellungen1.080 Stück ÷ 180 Stück6
Ø Lagerbestand180 Stück ÷ 2 + 30 Stück120 Stück
Lagerhaltungskosten120 Stück × 30,75 €3.690,00 €
+Bestellkosten6 × 205,00 €1.230,00 €
=Gesamtkosten4.920,00 €

Achtung: 246 Stück wären bei 216 Stück die volle Bestellmenge plus Sicherheitsbestand – da wurde nicht halbiert.

Die Lagerkosten fallen, die Bestellkosten steigen – und die Summe wird immer kleiner. Noch.

▶ 8:19Teil b: 120 Stück – das Optimum

Jetzt die Zeile mit dem Ergebnis aus der Andler-Formel.

Anzahl Bestellungen1.080 Stück ÷ 120 Stück9
Ø Lagerbestand120 Stück ÷ 2 + 30 Stück90 Stück
Lagerhaltungskosten90 Stück × 30,75 €2.767,50 €
+Bestellkosten9 × 205,00 €1.845,00 €
=Gesamtkostenniedrigster Wert der Tabelle4.612,50 €

Tipp: Im Optimum sind die Bestellkosten genauso hoch wie die Lagerhaltungskosten ohne den Sicherheitsbestand. Die Probe: Ohne Sicherheitsbestand liegen im Schnitt 60 Stück auf Lager, 60 × 30,75 € = 1.845,00 € – genau die Bestellkosten.

▶ 9:43Teil b: 108 Stück – die Gegenprobe

Die letzte Zeile ist die Gegenprobe mit noch etwas weniger: 10 Bestellungen, im Schnitt 108 ÷ 2 + 30 = 84 Stück auf Lager, 84 × 30,75 € = 2.583,00 € Lagerhaltungskosten und 10 × 205,00 € = 2.050,00 € Bestellkosten. Zusammen sind das 4.633,00 € – 20,50 € mehr als bei 120 Stück. Jetzt steigen die Bestellkosten schneller, als die Lagerkosten fallen.

BestellmengeBestellungenØ LagerbestandLagerhaltungskostenBestellkostenGesamtkosten
270 Stück4165 Stück5.073,75 €820,00 €5.893,75 €
216 Stück5138 Stück4.243,50 €1.025,00 €5.268,50 €
180 Stück6120 Stück3.690,00 €1.230,00 €4.920,00 €
120 Stück990 Stück2.767,50 €1.845,00 €4.612,50 €
108 Stück1084 Stück2.583,00 €2.050,00 €4.633,00 €

Die Gesamtkosten fallen bis 120 Stück und steigen danach wieder. Die Tabelle bestätigt die Andler-Formel.

▶ 10:37Teil c: Umschlagshäufigkeit, Lagerdauer, Lagerbestandswert

Teil c bleibt bei der optimalen Bestellmenge, also bei durchschnittlich 90 Stück auf Lager – mit Sicherheitsbestand, aus der Kostentabelle.

Umschlagshäufigkeit
1.080 Stück ÷ 90 Stück = 12 – so oft erneuert sich der Bestand im Jahr komplett.
Ø Lagerdauer
360 Tage ÷ 12 = 30 Tage – so lange liegt eine Leiter im Schnitt im Lager.
Ø Lagerbestandswert
90 Stück × 123,00 € = 11.070,00 € – so viel Geld steckt im Schnitt in den Leitern im Lager.

Achtung: Wer 30,42 Tage erhält, hat mit 365 Tagen gerechnet. Laut Aufgabe hat das Jahr 360.

▶ 11:40Teil c: Freigesetztes Kapital und Zinsersparnis

Die Lagerdauer soll um 4 Tage sinken. Was bringt das? Jeder Tag, den eine Leiter im Lager liegt, ist Geld, das schon bezahlt, aber noch nicht zurückgekommen ist. Kürzere Lagerdauer heißt weniger gebundenes Kapital – das Unternehmen kann das Geld anders nutzen oder spart sich die Zinsen dafür.

Die neue Lagerdauer: 30 − 4 = 26 Tage. Für den neuen Lagerbestandswert hilft eine zweite Formel: Jahresverbrauch zu Einstandspreisen × Lagerdauer ÷ 360.

Jahresverbrauch zu Einstandspreisen1.080 Stück × 123,00 €132.840,00 €
Kapitalbindung je Lagertag132.840,00 € ÷ 360369,00 €
Ø Lagerbestandswert bisheraus Teil c, 30 Tage11.070,00 €
−Ø Lagerbestandswert nach Verkürzung369,00 € × 26 Tage9.594,00 €
=Freigesetztes KapitalKontrolle: 4 Tage × 369,00 €1.476,00 €
Zinsersparnis pro Jahr12 % von 1.476,00 €177,12 €

Achtung: Wer 1.328,40 € erhält, hat die Zinsen auf das ganze gebundene Kapital gerechnet. Gespart wird aber nur der Zins auf das Kapital, das frei wird.

▶ 13:52Das Wichtigste in Kürze

Andler-Formel mit 200 statt 2, den Sicherheitsbestand im Lagerbestand mitzählen, mit 360 Tagen rechnen – und Zinsen nur auf das Kapital, das wirklich frei wird.

Weitere Videos zu Lager und Bestellmenge

Wie du Lagerkennzahlen aus Inventurwerten rechnest und den Meldebestand bestimmst, zeigt ein eigenes Video.

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