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Break-even-Analyse, Preisuntergrenze und Zusatzauftrag – Prüfungsaufgabe Schritt für Schritt

Vorschaubild: Break-even-Analyse, Preisuntergrenze und Zusatzauftrag Übungsaufgabe Schritt für Schritt

Worum es im Video geht

Eine komplette Übungsaufgabe zur Deckungsbeitragsrechnung: Deckungsbeitrag je Stück, Break-even-Menge und Sicherheitsstrecke, kurz- und langfristige Preisuntergrenze – und die rechnerische Beurteilung eines Zusatzauftrags, dessen Preis unter den Selbstkosten liegt. Mit allen typischen Fehlern.

Erst selbst rechnen? Die Aufgabe ist Aufgabe 4 in unserer Beispiel-PDF, die Lösung steht hinten. Oder online lösen

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Die Aufgabe

Die Iffland Anlagenbau aus Bamberg stellt Förderbänder her, Module von 2 m Länge. Geplant sind 1.000 Stück im Jahr, die Anlagen schaffen bis zu 1.300 Stück. Ein Handelsunternehmen aus Kiel bietet an, zusätzlich 100 Stück zu 702,00 € je Stück abzunehmen.

Gesucht sind in Teil a die Break-even-Menge, die Sicherheitsstrecke in Prozent der geplanten Absatzmenge sowie die kurz- und die langfristige Preisuntergrenze. In Teil b beurteilst du den Zusatzauftrag rechnerisch: Deckungsbeitrag je Stück, Veränderung des Betriebsergebnisses und Betriebsergebnis nach Annahme.

Drei Sätze im Aufgabentext entscheiden mit: Die Fixkosten ändern sich durch den Zusatzauftrag nicht, die freie Kapazität reicht aus, und die langfristige Preisuntergrenze bezieht sich auf die geplante Absatzmenge.

Verkaufspreis je Stück
840,00 €
Variable Kosten je Stück
444,00 €
Fixkosten im Jahr
297.000,00 €
Geplante Absatzmenge
1.000 Stück
Kapazität
1.300 Stück
Zusatzauftrag
100 Stück zu 702,00 €

Lösungsweg Schritt für Schritt

▶ 2:08Deckungsbeitrag je Stück

Alles in dieser Aufgabe hängt an einer Zahl: dem Deckungsbeitrag je Stück. Jedes verkaufte Förderband bringt 840,00 €. Davon gehen zuerst die variablen Kosten ab – Material, Fertigungslohn, alles, was nur anfällt, wenn wirklich produziert wird. Was übrig bleibt, deckt die Fixkosten, und sind die gedeckt, ist es Gewinn.

Verkaufspreis je Stück840,00 €
−Variable Kosten je Stück444,00 €
=Deckungsbeitrag je Stück396,00 €

▶ 2:57Break-even-Menge

Die Break-even-Menge ist die Gewinnschwelle: die Menge, bei der die Deckungsbeiträge genau die Fixkosten decken. Kein Gewinn, kein Verlust – das Betriebsergebnis ist null. Die Frage lautet also: Wie viele Stück zu je 396,00 € Deckungsbeitrag brauchst du, um 297.000,00 € Fixkosten zu decken?

Fixkosten im Jahr297.000,00 €
÷Deckungsbeitrag je Stück396,00 €
=Break-even-Menge750 Stück

Die Probe: 750 × 396,00 € = 297.000,00 €. Passt.

Achtung: Wer 353,57 Stück erhält, hat durch den Verkaufspreis geteilt. Jedes Stück deckt die Fixkosten aber nur mit seinem Deckungsbeitrag.

Eine Ergänzung, die diese Aufgabe nicht abfragt: Manchmal wird der Break-even-Umsatz verlangt. Das ist die Break-even-Menge mal Verkaufspreis, hier 750 × 840,00 € = 630.000,00 €.

▶ 4:20Sicherheitsstrecke

Geplant sind 1.000 Stück, die Gewinnschwelle liegt bei 750. Wie viel Luft ist da? Die Sicherheitsstrecke gibt das in Prozent der geplanten Absatzmenge an.

Puffer in Stück
1.000 Stück − 750 Stück = 250 Stück
Sicherheitsstrecke
250 Stück ÷ 1.000 Stück × 100 = 25,00 %

Der Absatz darf also um ein Viertel einbrechen, bevor das Unternehmen Verlust macht.

Achtung: Wer 33,33 % erhält, hat durch die Break-even-Menge geteilt. Bezugsgröße ist immer die geplante Absatzmenge.

▶ 5:08Kurzfristige Preisuntergrenze

Warum gibt es zwei Preisuntergrenzen? Die Fixkosten fallen an, egal ob du verkaufst oder nicht: Miete, Gehälter, Abschreibungen. Kurzfristig kannst du an ihnen nichts ändern. Ein Preis lohnt sich deshalb kurzfristig schon, sobald er die variablen Kosten deckt – jeder Euro darüber hilft, die Fixkosten zu tragen.

Langfristig reicht das nicht: Auf Dauer muss jeder Preis auch seinen Anteil an den Fixkosten decken, sonst zahlt das Unternehmen drauf.

Die kurzfristige Preisuntergrenze sind also die variablen Kosten je Stück: 444,00 €.

Achtung: Wer hier 741,00 € einträgt, hat die Selbstkosten angesetzt – das ist die langfristige Preisuntergrenze.

▶ 6:07Langfristige Preisuntergrenze

Für die langfristige Preisuntergrenze brauchst du zuerst die Fixkosten je Stück. Hier kommt der Satz aus der Aufgabe ins Spiel: Sie bezieht sich auf die geplante Absatzmenge. Die 297.000,00 € Fixkosten verteilst du also auf 1.000 Stück – das sind 297,00 € je Stück.

Variable Kosten je Stück444,00 €
+Fixkosten je Stück297.000,00 € ÷ 1.000 Stück297,00 €
=Langfristige Preisuntergrenze (Selbstkosten je Stück)741,00 €

Achtung: Wer 672,46 € erhält, hat die Fixkosten auf die Kapazität von 1.300 Stück verteilt statt auf die geplante Absatzmenge.

▶ 7:10Teil b: Der Zusatzauftrag

Der Händler aus Kiel bietet 702,00 € je Stück – weniger als die Selbstkosten von 741,00 €. Also ablehnen? Bevor du entscheidest, rechnest du als Zwischenschritt das Betriebsergebnis ohne den Zusatzauftrag aus und danach den Deckungsbeitrag je Stück des Zusatzauftrags.

Betriebsergebnis ohne Zusatzauftrag
1.000 Stück × 396,00 € − 297.000,00 € = 99.000,00 €
Deckungsbeitrag je Stück (Zusatzauftrag)
702,00 € − 444,00 € = 258,00 €

▶ 8:03Veränderung des Betriebsergebnisses

Warum zählt hier nur der Deckungsbeitrag? Die Aufgabe sagt es: Die Fixkosten ändern sich nicht, und die freie Kapazität reicht aus. Die 297.000,00 € sind schon von den 1.000 geplanten Stück getragen. Jedes Zusatzstück bringt deshalb seinen vollen Deckungsbeitrag als Gewinn mit.

Veränderung des Betriebsergebnisses
100 Stück × 258,00 € = 25.800,00 €
Betriebsergebnis nach Annahme
99.000,00 € + 25.800,00 € = 124.800,00 €

Achtung: Wer −3.900,00 € erhält, hat mit den Selbstkosten gerechnet. Die Fixkosten fallen ohnehin an – entscheidend ist nur, ob der Preis die variablen Kosten übersteigt.

Tipp: Ist die Veränderung positiv, lohnt sich der Zusatzauftrag – auch wenn der Preis unter den Selbstkosten liegt.

Die Probe über das komplette neue Betriebsergebnis: 1.000 × 396,00 € + 100 × 258,00 € = 421.800,00 € Deckungsbeitrag. Davon gehen die 297.000,00 € Fixkosten ab, und zwar nur einmal – wieder 124.800,00 €. Der Auftrag wird angenommen.

▶ 9:50Das Wichtigste in einem Satz

Kurzfristig zählen nur die variablen Kosten, langfristig die Selbstkosten – und beim Zusatzauftrag entscheidet allein der Deckungsbeitrag.

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Macht ein Erzeugnis nach Vollkosten Verlust, stellt sich die Frage, ob es aus dem Programm muss – auch dort entscheidet der Deckungsbeitrag. Und reicht die Maschinenzeit nicht für alles, zählt der relative Deckungsbeitrag je Engpassstunde.

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