Lösungsweg Schritt für Schritt
▶ 2:45Teil a: Deckungsbeitrag je Stück
Der Deckungsbeitrag je Stück ist der Preis minus die variablen Kosten. Variabel sind hier Material und Fertigungslöhne, also zählst du beide zuerst zusammen.
| Schneckengetriebe | 113,00 € + 88,00 € | 201,00 € variable Kosten |
| 405,00 € − 201,00 € | 204,00 € je Stück |
| Schutzhauben | 73,00 € + 20,00 € | 93,00 € variable Kosten |
| 165,00 € − 93,00 € | 72,00 € je Stück |
| Greifermodule | 85,00 € + 24,00 € | 109,00 € variable Kosten |
| 185,00 € − 109,00 € | 76,00 € je Stück |
| Montagegestelle | 90,00 € + 71,00 € | 161,00 € variable Kosten |
| 315,00 € − 161,00 € | 154,00 € je Stück |
Achtung: Wer 292,00 €, 92,00 €, 100,00 € und 225,00 € erhält, hat nur das Material abgezogen. Materialkosten und Fertigungslöhne sind beide variabel, das steht ausdrücklich in der Aufgabe.
▶ 4:36Warum der Deckungsbeitrag je Stück nicht reicht
Nach dem Deckungsbeitrag je Stück wären die Schneckengetriebe klar die besten: 204,00 €, eine Schutzhaube bringt nur 72,00 €. Knapp ist aber nicht die Stückzahl, knapp sind die Maschinenstunden. Und ein Schneckengetriebe belegt die Anlage drei Stunden lang, eine Schutzhaube nur eine.
Die entscheidende Frage lautet also: Wie viel Deckungsbeitrag bringt eine knappe Stunde? Genau das ist der relative Deckungsbeitrag: Deckungsbeitrag je Stück geteilt durch die Engpasseinheiten je Stück, hier die Maschinenstunden.
▶ 5:20Teil a: Relativer Deckungsbeitrag je Maschinenstunde
In der Tabelle stehen Minuten je Stück. Im Zwischenschritt rechnest du sie in Stunden um, Minuten geteilt durch 60. Dann teilst du den Deckungsbeitrag je Stück durch diese Stunden.
| Schneckengetriebe | 180 Minuten ÷ 60 | 3 Std. |
| 204,00 € ÷ 3 Std. | 68,00 € je Std. |
| Schutzhauben | 60 Minuten ÷ 60 | 1 Std. |
| 72,00 € ÷ 1 Std. | 72,00 € je Std. |
| Greifermodule | 60 Minuten ÷ 60 | 1 Std. |
| 76,00 € ÷ 1 Std. | 76,00 € je Std. |
| Montagegestelle | 210 Minuten ÷ 60 | 3,5 Std. |
| 154,00 € ÷ 3,5 Std. | 44,00 € je Std. |
Achtung: Wer 1,13 €, 1,20 €, 1,27 € und 0,73 € erhält, hat durch die Minuten geteilt. Gefragt ist der Deckungsbeitrag je Maschinenstunde.
▶ 6:43Teil b: Rangfolge
Für die Rangfolge zählt nur der relative Deckungsbeitrag. Der höchste Wert bekommt Rang 1.
- Rang 1
- Greifermodule, 76,00 € je Std.
- Rang 2
- Schutzhauben, 72,00 € je Std.
- Rang 3
- Schneckengetriebe, 68,00 € je Std.
- Rang 4
- Montagegestelle, 44,00 € je Std.
Achtung: Wer die Schneckengetriebe auf Rang 1 setzt (und Schutzhauben 4, Greifermodule 3, Montagegestelle 2), hat nach dem Deckungsbeitrag je Stück sortiert. Bei einem Engpass zählt der Deckungsbeitrag je Engpassstunde.
▶ 7:23Teil b: Verfügbare Stunden und Lieferverpflichtung
Zuerst die Kapazität: zwei Anlagen mit je 385 Std., abzüglich der 40 Std. für Umrüstung und Wartung.
- Verfügbare Maschinenstunden
- 2 × 385 Std. − 40 Std. = 730 Std.
- Stunden nach Lieferverpflichtung
- 730 Std. − (20 Stück × 3,5 Std.) = 660 Std.
Die Montagegestelle stehen auf dem letzten Rang und werden trotzdem zuerst eingeplant, weil es einen Vertrag gibt: Die 20 Stück für den Großkunden in Magdeburg müssen geliefert werden, egal wie gut oder schlecht sie sich rechnen. Deshalb sagt die Aufgabe, dass Lieferverpflichtungen vor der Rangfolge eingeplant werden. Sie belegen 70 Std., für die Rangfolge bleiben 660 Std.
▶ 8:21Teil b: Stunden verteilen – das Produktionsprogramm
Die 660 Std. verteilst du jetzt streng nach Rang, jeweils bis zum Höchstabsatz.
- Rang 1: Greifermodule
- 660 Std. frei ÷ 1 Std. je Stück = 660 Stück, Höchstabsatz 260 Stück → 260 Stück. Es bleiben 400 Std.
- Rang 2: Schutzhauben
- 400 Std. frei ÷ 1 Std. je Stück = 400 Stück, Höchstabsatz 370 Stück → 370 Stück. Es bleiben 30 Std.
- Rang 3: Schneckengetriebe
- 30 Std. frei ÷ 3 Std. je Stück = 10 Stück. Abgesetzt werden könnten 30 Stück, hier greift der Engpass. Es bleiben 0 Std.
- Rang 4: Montagegestelle
- Lieferverpflichtung vorab eingeplant, keine Stunden mehr frei: 20 Stück + 0 Stück = 20 Stück
Tipp: Das Erzeugnis mit Rang 1 bekommt zuerst so viele Stunden, wie es für seinen Höchstabsatz braucht; die übrigen Stunden gehen an Rang 2 usw.
Zur Probe zählst du die verplanten Stunden zusammen: 70 Std. für die Lieferverpflichtung + 260 Std. + 370 Std. + 30 Std. = 730 Std. Das sind genau die Stunden, die zur Verfügung stehen.
Achtung: Wer auf 30 Schneckengetriebe, 170 Schutzhauben und 60 Montagegestelle kommt, hat die Kapazität nach dem Deckungsbeitrag je Stück verteilt.
Achtung: Wer nur 2 Montagegestelle erhält, hat die Lieferverpflichtung vergessen und alle 730 Std. nach Rang verteilt. Für die Montagegestelle bleiben dann nur 10 Std., und der Großkunde wartet auf 18 Stück.
▶ 10:19Teil c: Gesamtdeckungsbeitrag
Was bringt dieses Programm? Je Erzeugnis rechnest du Menge mal Deckungsbeitrag je Stück und zählst dann zusammen.
| Schneckengetriebe | 10 Stück × 204,00 € | 2.040,00 € |
| Schutzhauben | 370 Stück × 72,00 € | 26.640,00 € |
| Greifermodule | 260 Stück × 76,00 € | 19.760,00 € |
| Montagegestelle | 20 Stück × 154,00 € | 3.080,00 € |
| Gesamtdeckungsbeitrag | | 51.520,00 € |
Achtung: Wer 47.360,00 € erhält, hat die Rangfolge nach dem absoluten statt nach dem relativen Deckungsbeitrag gebildet. Wer 52.828,00 € erhält, hat die Lieferverpflichtung nicht vorab eingeplant. Das ist zwar mehr, aber der Vertrag gilt, und die Aufgabe verlangt ihn ausdrücklich.
▶ 12:05Teil c: Betriebsergebnis
Erst hier kommen die Fixkosten ins Spiel. Die 41.000,00 € fallen an, egal was gefertigt wird. Für die Rangfolge spielen sie deshalb keine Rolle: Sie ändern nichts daran, welches Programm am meisten Deckungsbeitrag bringt. Gedeckt werden müssen sie trotzdem.
| Gesamtdeckungsbeitrag | 51.520,00 € |
| − | Fixkosten | 41.000,00 € |
| = | Betriebsergebnis | 10.520,00 € |
Achtung: Wer als Betriebsergebnis 51.520,00 € einträgt, hat die Fixkosten vergessen. Sie werden vom Gesamtdeckungsbeitrag abgezogen.
▶ 12:58Teil d: Vergleich mit dem absoluten Deckungsbeitrag
Ein Kollege plant nach dem höchsten Deckungsbeitrag je Stück. Seine Rangfolge: Schneckengetriebe (204,00 €), Montagegestelle (154,00 €), Greifermodule, Schutzhauben. Auch er hat 730 Std. und plant zuerst die Lieferverpflichtung ein.
- Lieferverpflichtung
- 20 Montagegestelle, 70 Std. → es bleiben 660 Std.
- Schneckengetriebe
- 30 Stück × 3 Std. = 90 Std. → es bleiben 570 Std.
- Montagegestelle
- 40 weitere Stück bis zum Höchstabsatz von 60 × 3,5 Std. = 140 Std. → es bleiben 430 Std.
- Greifermodule
- 260 Stück, 260 Std. → es bleiben 170 Std.
- Schutzhauben
- 170 Stück
Tipp: Auch bei dieser Rangfolge werden zuerst die Lieferverpflichtungen eingeplant.
| Gesamtdeckungsbeitrag des Kollegen | 30 × 204,00 € + 60 × 154,00 € + 260 × 76,00 € + 170 × 72,00 € | 47.360,00 € |
| Gesamtdeckungsbeitrag nach relativem Deckungsbeitrag | | 51.520,00 € |
| = | Vorteil der Rangfolge nach relativem Deckungsbeitrag | 51.520,00 € − 47.360,00 € | 4.160,00 € |
Der relative Deckungsbeitrag bringt 4.160,00 € mehr, mit denselben Maschinen im selben Monat.
▶ 14:49Das Wichtigste in einem Satz
Deckungsbeitrag je Stück mit allen variablen Kosten, durch die Engpassstunden teilen, nach diesem relativen Deckungsbeitrag die Rangfolge bilden und die Stunden verteilen – Lieferverpflichtung zuerst, dann Rang für Rang bis zum Höchstabsatz.