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Differenzkalkulation im Handel – Prüfungsaufgabe Schritt für Schritt

Vorschaubild: Handelskalkulation: Differenzkalkulation – Übungsaufgabe Schritt für Schritt erklärt

Worum es im Video geht

Einkaufs- und Verkaufspreis stehen fest – wie viel Gewinn bleibt übrig? Oben rechnest du vorwärts bis zum Selbstkostenpreis, unten rückwärts bis zum Barverkaufspreis, und der Gewinn ist der Rest in der Mitte. Zum Schluss der Gewinnzuschlag in Prozent.

Erst selbst rechnen? Die Aufgabe ist Aufgabe 4 in unserer Beispiel-PDF, die Lösung steht hinten. Oder online lösen

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Die Aufgabe

Die Timmermann Bekleidung GmbH & Co. KG betreibt in Flensburg einen Fachhandel für Bekleidung. Es geht um 200 Fleecejacken: Eingekauft werden sie zu 5.000,00 €, verkauft zu 6.210,00 € – beides Listenpreise netto.

Gesucht sind der Gewinn in Euro und der Gewinnzuschlag in Prozent.

Genau das macht die Differenzkalkulation aus: Den Einkaufspreis gibt der Lieferant vor, den Verkaufspreis der Markt – die Konkurrenz verlangt eben nicht mehr. Der Händler kann keinen Gewinn draufschlagen, er kann nur nachrechnen, was übrig bleibt. Auf der Verkaufsseite kommt außerdem eine Vertreterprovision dazu.

Listeneinkaufspreis
5.000,00 €
Listenverkaufspreis netto
6.210,00 €
Menge
200 Stück
Liefererrabatt / -skonto
25 % / 3 %
Bezugskosten
109,00 €
Handlungskostenzuschlag
37 %
Kundenrabatt / -skonto
5 % / 2 %
Vertreterprovision
4 %

Lösungsweg Schritt für Schritt

▶ 2:01Das Schema: oben fest, unten fest

Das Kalkulationsschema ist dasselbe wie in der Vorwärtskalkulation. Neu ist: Es steht schon an beiden Enden etwas drin. Ganz oben der Listeneinkaufspreis mit 5.000,00 €, darunter die Bezugskosten mit 109,00 € – und ganz unten der Listenverkaufspreis mit 6.210,00 €.

Deshalb rechnest du aus zwei Richtungen: oben vorwärts, Zeile für Zeile nach unten bis zum Selbstkostenpreis, und unten rückwärts, Zeile für Zeile nach oben bis zum Barverkaufspreis. Der Gewinn in der Mitte ist am Ende einfach der Rest.

▶ 2:58Oben vorwärts: bis zum Bezugspreis

Vom Listeneinkaufspreis gehen 25 % Liefererrabatt ab, danach 3 % Liefererskonto. Die 109,00 € Bezugskosten stehen schon im Schema und kommen nur noch dazu.

Tipp: Skonto wird erst nach Abzug des Rabatts berechnet. Grundlage für die 3 % ist deshalb der Zieleinkaufspreis.

Listeneinkaufspreis5.000,00 €
−Liefererrabatt25 % von 5.000,00 €1.250,00 €
=Zieleinkaufspreis3.750,00 €
−Liefererskonto3 % von 3.750,00 €112,50 €
=Bareinkaufspreis3.637,50 €
+Bezugskostenaus dem Schema109,00 €
=Bezugspreis3.746,50 €

Achtung: Wer 150,00 € Skonto erhält, hat ihn vom Listeneinkaufspreis berechnet statt vom Zieleinkaufspreis.

▶ 4:03Handlungskosten und Selbstkostenpreis

Auf den Bezugspreis kommen 37 % Handlungskosten: 3.746,50 € × 37 % = 1.386,205 €, kaufmännisch gerundet 1.386,21 €.

Tipp: Die Handlungskosten beziehen sich auf den Bezugspreis – also einschließlich der Bezugskosten.

Bezugspreis3.746,50 €
+Handlungskosten37 % von 3.746,50 €1.386,21 €
=Selbstkostenpreis5.132,71 €

So viel kosten die 200 Jacken den Händler insgesamt. Hier hört die obere Hälfte auf.

Achtung: 1.345,88 € Handlungskosten bekommt, wer den Zuschlag auf den Bareinkaufspreis rechnet und die Bezugskosten vergisst.

▶ 4:56Unten rückwärts: bis zum Barverkaufspreis

Jetzt wechselst du die Richtung und gehst vom unteren Ende nach oben. Das ist einfacher, als es klingt: Rückwärts kennst du die Grundlage schon. Der Kundenrabatt wird vom Listenverkaufspreis gerechnet – und der steht ja fest. Es genügt also einfache Prozentrechnung vom Hundert: Prozentsatz davon nehmen und abziehen. Den Umweg über 100 % minus Rabattsatz aus der Vorwärtskalkulation brauchst du hier nicht.

Die Pluszeichen der Verkaufsseite gelten von oben gelesen. Du liest von unten – also wird abgezogen. Kundenskonto und Vertreterprovision werden beide vom Zielverkaufspreis berechnet.

Tipp: Rückwärts ist der Zielverkaufspreis bekannt – hier genügt „vom Hundert“: Zielverkaufspreis × Skontosatz.

Listenverkaufspreis netto6.210,00 €
−Kundenrabatt5 % von 6.210,00 €310,50 €
=Zielverkaufspreis5.899,50 €
−Kundenskonto2 % von 5.899,50 €117,99 €
−Vertreterprovision4 % von 5.899,50 €235,98 €
=Barverkaufspreis5.545,53 €

Der Barverkaufspreis ist das Geld, das wirklich beim Händler ankommt. Die Probe: Skonto und Provision sind zusammen 6 % vom Zielverkaufspreis. 5.545,53 € ÷ 94 % × 100 % ergibt wieder genau 5.899,50 €. Rückwärts vom Hundert und vorwärts im Hundert sind zwei Seiten derselben Rechnung.

▶ 6:45Der Gewinn in der Mitte

Jetzt treffen sich beide Seiten: Über der Gewinnzeile steht der Selbstkostenpreis, darunter der Barverkaufspreis. Der Gewinn ist die Differenz – daher der Name Differenzkalkulation.

Barverkaufspreis5.545,53 €
−Selbstkostenpreis5.132,71 €
=Gewinn412,82 €

Wäre der Rest negativ, hätte der Händler einen Verlust.

▶ 7:13Der Gewinnzuschlag

Bleibt der Gewinnzuschlag in Prozent – aber Prozent wovon? In der Vorwärtskalkulation kommt der Gewinn auf den Selbstkostenpreis drauf. Also ist der Selbstkostenpreis auch hier die Grundlage, nicht der Barverkaufspreis.

Gewinnzuschlag
412,82 € ÷ 5.132,71 € × 100 = 8,04 %

Auf 100,00 € Selbstkosten verdient Timmermann also 8,04 €.

▶ 7:51Das Wichtigste in einem Satz

Oben vorwärts bis zum Selbstkostenpreis, unten rückwärts bis zum Barverkaufspreis, der Gewinn ist der Rest in der Mitte – und der Gewinnzuschlag bezieht sich auf die Selbstkosten.

Weitere Videos zur Handelskalkulation

Dasselbe Schema in eine Richtung: vorwärts vom Einkaufspreis zum Verkaufspreis oder rückwärts vom Verkaufspreis zum Einkaufspreis.

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