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Differenzkalkulation in der Zuschlagskalkulation – Prüfungsaufgabe Schritt für Schritt

Vorschaubild: Differenzkalkulation in der Zuschlagskalkulation – Übungsaufgabe Schritt für Schritt erklärt

Worum es im Video geht

Der Verkaufspreis steht fest, die Kosten auch – wie viel Gewinn bleibt übrig? Die Differenzkalkulation an einer Übungsaufgabe: vorwärts bis zu den Selbstkosten, rückwärts vom Listenverkaufspreis bis zum Barverkaufspreis, dazwischen der Gewinn als Differenz und der Gewinnzuschlag in Prozent der Selbstkosten – mit allen typischen Fallen.

Erst selbst rechnen? Die Aufgabe ist Aufgabe 3 in unserer Beispiel-PDF, die Lösung steht hinten. Oder online lösen

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Die Aufgabe

Die Menke Formteile GmbH & Co. KG aus Gera stellt Kunststoffteile her. Sie kann 250 Paletten aus Kunststoff für 20.500,00 € netto verkaufen. Diesen Preis gibt der Kunde vor – daran lässt sich nichts drehen.

Gesucht sind der Gewinn und der Gewinnzuschlag in Prozent. Die Einzelkosten und Sondereinzelkosten stehen schon im Kalkulationsschema, ganz unten der Listenverkaufspreis.

Zwei Sätze im Aufgabentext entscheiden über das Ergebnis: Beide Zuschläge für Verwaltung und Vertrieb werden auf die Herstellkosten gerechnet, und auf Sondereinzelkosten gibt es keinen Gemeinkostenzuschlag.

Fertigungsmaterial
4.320,00 €
Fertigungslöhne I / II
1.240,00 € / 1.960,00 €
Sondereinzelkosten der Fertigung
580,00 €
Sondereinzelkosten des Vertriebs
140,00 €
Materialgemeinkosten
15 %
Fertigungsgemeinkosten I / II
250 % / 120 %
Verwaltung / Vertrieb
12 % / 2 %
Kundenrabatt / -skonto
15 % / 3 %
Listenverkaufspreis netto
20.500,00 €

Lösungsweg Schritt für Schritt

▶ 1:58Warum Differenzkalkulation?

Im Schema sind oben die Einzelkosten eingetragen und ganz unten der Listenverkaufspreis. Leer ist genau die Mitte: der Gewinn.

Von oben einfach durchrechnen geht nicht – ohne den Gewinn kommst du von den Selbstkosten nicht weiter nach unten. Den Preis gibt der Markt vor. Also rechnest du von beiden Enden aus: von oben vorwärts bis zu den Selbstkosten, von unten rückwärts bis zum Barverkaufspreis. Was dazwischen übrig bleibt, ist der Gewinn.

▶ 2:53Vorwärts: Material- und Fertigungskosten

Die Materialgemeinkosten kommen mit 15 % auf das Fertigungsmaterial. Für die Fertigung hat jede Stelle ihren eigenen Zuschlag auf die eigenen Löhne: 250 % in Fertigung I, 120 % in Fertigung II. Die Sondereinzelkosten der Fertigung kommen ohne Zuschlag dazu.

Tipp: Zuschlagsgrundlage der Fertigungsgemeinkosten sind die Fertigungslöhne derselben Fertigungsstelle.

Fertigungsmaterial4.320,00 €
+Materialgemeinkosten15 % von 4.320,00 €648,00 €
=Materialkosten4.968,00 €
Fertigungslöhne I1.240,00 €
+Fertigungsgemeinkosten I250 % von 1.240,00 €3.100,00 €
+Fertigungslöhne II1.960,00 €
+Fertigungsgemeinkosten II120 % von 1.960,00 €2.352,00 €
+Sondereinzelkosten der Fertigungohne Zuschlag580,00 €
=Fertigungskosten9.232,00 €

Achtung: Die Sondereinzelkosten der Fertigung bekommen keinen Zuschlag. Wer sie bei Fertigung I mitrechnet, landet bei 4.550,00 € statt 3.100,00 €.

Achtung: Der Zuschlag gilt nur für die Löhne seiner eigenen Stelle. Mit den Löhnen beider Stellen kämen bei Fertigung II 3.840,00 € heraus statt 2.352,00 €.

▶ 4:45Herstellkosten bis Selbstkosten

Materialkosten und Fertigungskosten ergeben zusammen die Herstellkosten. Auf genau diesen Wert kommen laut Aufgabe beide Zuschläge: 12 % Verwaltung und 2 % Vertrieb. Zum Schluss folgen die Sondereinzelkosten des Vertriebs – wieder ohne Zuschlag.

Tipp: Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten beziehen sich hier beide auf die Herstellkosten, also auf Materialkosten plus Fertigungskosten.

Materialkosten4.968,00 €
+Fertigungskosten9.232,00 €
=Herstellkosten14.200,00 €
+Verwaltungsgemeinkosten12 % von 14.200,00 €1.704,00 €
+Vertriebsgemeinkosten2 % von 14.200,00 €284,00 €
+Sondereinzelkosten des Vertriebsohne Zuschlag140,00 €
=Selbstkosten16.328,00 €

Bei den Gemeinkosten für Verwaltung und Vertrieb lauern gleich drei Fallen:

Achtung: 902,40 € Verwaltungsgemeinkosten bekommt, wer den Zuschlag nur auf Fertigungsmaterial und Fertigungslöhne rechnet. 1.634,40 € bekommt, wer die Sondereinzelkosten der Fertigung aus den Herstellkosten herausnimmt – sie gehören dazu.

Achtung: 318,08 € Vertriebsgemeinkosten bekommt, wer den Vertriebszuschlag auf Herstellkosten plus Verwaltungsgemeinkosten rechnet.

Achtung: Wer bei 16.188,00 € Selbstkosten landet, hat die Sondereinzelkosten des Vertriebs vergessen.

▶ 6:11Der Richtungswechsel: rückwärts vom Hundert

Die Kostenseite ist fertig. Jetzt geht es ans andere Ende, zum Listenverkaufspreis von 20.500,00 € – und von dort nach oben. Im Schema steht vor Rabatt und Skonto zwar ein Plus, das gilt aber für den Weg von oben nach unten. Wer nach oben rechnet, macht aus jedem Plus ein Minus.

Warum darfst du die Prozente hier einfach vom Betrag abziehen? Weil sich der Rabatt auf den Listenverkaufspreis bezieht – und den kennst du. Er ist die 100 %. Das heißt vom Hundert: Betrag mal Prozentsatz, fertig. Vorwärts wäre es umgekehrt: Dann kennst du nur den kleineren Wert und musst im Hundert rechnen, also teilen.

▶ 7:05Rabatt und Skonto bis zum Barverkaufspreis

Zuerst die 15 % Kundenrabatt vom Listenverkaufspreis. Das Skonto bezieht sich auf den Zielverkaufspreis – und den hast du gerade ausgerechnet. Also wieder vom Hundert.

Tipp: Rückwärts ist der Zielverkaufspreis bekannt – hier genügt vom Hundert: Zielverkaufspreis × Skontosatz.

Listenverkaufspreis netto20.500,00 €
−Kundenrabatt15 % von 20.500,00 €3.075,00 €
=Zielverkaufspreis17.425,00 €
−Kundenskonto3 % von 17.425,00 €522,75 €
=Barverkaufspreis16.902,25 €

Die Probe: 16.902,25 € ÷ 97 % × 100 % = 17.425,00 €, also wieder genau der Zielverkaufspreis. Und 17.425,00 € ÷ 85 % × 100 % = 20.500,00 €, der Listenverkaufspreis vom Anfang. Vorwärts im Hundert, rückwärts vom Hundert – dieselbe Rechnung, nur andersherum.

▶ 8:18Der Gewinn als Differenz

Jetzt treffen sich beide Richtungen. Von unten kommt der Barverkaufspreis mit 16.902,25 €, von oben die Selbstkosten mit 16.328,00 €. Was dazwischen liegt, ist der Gewinn: 16.902,25 € − 16.328,00 € = 574,25 €. So viel bleibt Menke Formteile an diesem Auftrag.

▶ 8:49Gewinnzuschlag in Prozent

Bezugsgröße für den Gewinnzuschlag sind die Selbstkosten – im Schema wird der Gewinn ja auf die Selbstkosten aufgeschlagen.

Gewinnzuschlag
574,25 € ÷ 16.328,00 € × 100 = 3,52 %

Auf 100 € Selbstkosten bleiben also 3,52 € Gewinn.

Achtung: Wer durch den Barverkaufspreis teilt, kommt auf 3,40 % – die falsche Bezugsgröße.

▶ 9:32Das Wichtigste in drei Teilen

Von oben vorwärts bis zu den Selbstkosten, von unten rückwärts vom Hundert bis zum Barverkaufspreis – und in der Mitte der Gewinn als Differenz, der Zuschlag in Prozent der Selbstkosten.

Weitere Videos zur Zuschlagskalkulation

Das ganze Schema vorwärts, vom Material bis zum Listenverkaufspreis, mit Nachkalkulation und Istzuschlägen, zeigt das Video zur Vorwärtskalkulation. Gibt der Kunde den Preis vor und ist das Material gesucht, rechnest du das Schema ganz rückwärts.

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