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Rückwärtskalkulation in der Zuschlagskalkulation – Prüfungsaufgabe Schritt für Schritt

Vorschaubild: Zuschlagskalkulation rückwärts – vom Verkaufspreis zum Materialbudget Übungsaufgabe einfach erklärt

Worum es im Video geht

Der Kunde gibt den Listenverkaufspreis vor, gesucht ist das höchstens zulässige Fertigungsmaterial. Rabatt, Skonto und Provision rechnest du vom Hundert, Gewinn, Verwaltung und Vertrieb sowie das Material auf Hundert zurück – und die Fertigung vorwärts aus den Löhnen. Mit allen drei typischen Fehlern.

Erst selbst rechnen? Die Aufgabe ist Aufgabe 4 in unserer Beispiel-PDF, die Lösung steht hinten. Oder online lösen

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Die Aufgabe

Die Dietz Holzbau OHG aus Plauen soll einem Großkunden 40 Treppenstufen aus Eiche liefern. Der Kunde zahlt dafür höchstens 4.000,00 € – das ist der Listenverkaufspreis netto.

Gesucht ist das höchstens zulässige Fertigungsmaterial. Die übrigen Einzelkosten sind bekannt: die Fertigungslöhne I und II. Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten beziehen sich beide auf die Herstellkosten.

Normalerweise rechnest du von den Kosten zum Preis. Hier setzt der Markt den Preis, und die Frage lautet: Was darf das Material höchstens kosten, damit der Gewinn trotzdem stimmt? Das Schema liest du deshalb von unten nach oben.

Listenverkaufspreis netto
4.000,00 € für 40 Stück
Fertigungslöhne I / II
300,00 € / 220,00 €
Materialgemeinkosten
12 %
Fertigungsgemeinkosten I / II
230 % / 145 %
Verwaltung / Vertrieb
12 % / 12 %
Gewinnzuschlag
17 %
Kundenskonto / Vertreterprovision
3 % / 4 %
Kundenrabatt
5 %

Lösungsweg Schritt für Schritt

▶ 2:10Das Schema von unten lesen

Das Schema ist dasselbe wie bei der Vorwärtskalkulation. Vorgegeben sind aber nur drei Beträge: Fertigungslöhne I mit 300,00 €, Fertigungslöhne II mit 220,00 € – und ganz unten der Listenverkaufspreis von 4.000,00 €.

Genau dort fängst du an und arbeitest dich Zeile für Zeile nach oben.

▶ 2:47Rabatt, Skonto und Provision vom Hundert

Erste Stufe ist der Kundenrabatt. Er bezieht sich auf den Listenverkaufspreis – und den kennst du. Der Listenverkaufspreis ist deine 100 %, also rechnest du einfach 5 % davon. Skonto und Provision beziehen sich beide auf den Zielverkaufspreis, und der steht nach dem Rabatt ebenfalls fest.

Tipp: Rückwärts ist die Grundlage hier jeweils bekannt – das ist Rechnen vom Hundert. Vorwärts wäre es umgekehrt: Dann kennst du nur den Zielverkaufspreis, der Rabatt hängt aber am Listenverkaufspreis – das ist Rechnen im Hundert.

Listenverkaufspreis netto4.000,00 €
−Kundenrabatt5 % von 4.000,00 €200,00 €
=Zielverkaufspreis3.800,00 €
−Kundenskonto3 % von 3.800,00 €114,00 €
−Vertreterprovision4 % von 3.800,00 €152,00 €
=Barverkaufspreis3.534,00 €

▶ 4:08Gewinn auf Hundert zurückrechnen

Am Gewinn bleiben viele hängen. Der Gewinnzuschlag bezieht sich nicht auf den Barverkaufspreis, sondern auf die Selbstkosten – und die werden gerade gesucht. Die Selbstkosten sind also die 100 %, der Barverkaufspreis entspricht 100 % plus 17 % Gewinn, also 117 %. Deshalb rechnest du auf Hundert zurück.

Barverkaufspreis (117 %)3.534,00 €
=Selbstkosten (100 %)3.534,00 € ÷ 117 % × 100 %3.020,51 €
Gewinn3.534,00 € − 3.020,51 €513,49 €

Die Probe: 3.020,51 € plus 17 % Gewinn ergibt wieder genau 3.534,00 €, den Barverkaufspreis. Den Gewinn selbst bekommst du dann als Differenz aus Barverkaufspreis und Selbstkosten.

Achtung: Wer 2.933,22 € Selbstkosten erhält, hat einfach 17 % vom Barverkaufspreis abgezogen – statt auf Hundert zurückzurechnen.

▶ 5:24Verwaltung und Vertrieb zurückrechnen

Eine Stufe höher steckt dieselbe Falle, nur doppelt. Verwaltung und Vertrieb beziehen sich beide auf die Herstellkosten. Die Herstellkosten sind also die 100 %, dazu kommen 12 % Verwaltung und 12 % Vertrieb – die Selbstkosten entsprechen 124 %. Die beiden Gemeinkosten selbst rechnest du danach wieder ganz normal vom Hundert aus den Herstellkosten.

Selbstkosten (124 %)3.020,51 €
=Herstellkosten (100 %)3.020,51 € ÷ 124 % × 100 %2.435,90 €
Verwaltungsgemeinkosten12 % von 2.435,90 €292,31 €
Vertriebsgemeinkosten12 % von 2.435,90 €292,31 €

Achtung: Wer 2.295,59 € Herstellkosten erhält, hat die 24 % von den Selbstkosten abgezogen – statt auf Hundert zurückzurechnen.

Tipp: Rechnest du zur Kontrolle vorwärts, kommst du auf 3.020,52 € – einen Cent mehr. Das ist Rundung, kein Fehler: Jeder Zwischenschritt wird auf zwei Stellen gerundet.

▶ 6:41Fertigungskosten vorwärts aus den Löhnen

Die Herstellkosten bestehen aus zwei Teilen: Materialkosten und Fertigungskosten. An dieser Stelle wechselst du die Richtung. Die Fertigungslöhne stehen im Schema, offen ist nur das Material. Also rechnest du die Fertigung ganz normal vorwärts aus – und nimmst das Material von zwei Seiten in die Zange.

Fertigungslöhne I300,00 €
+Fertigungsgemeinkosten I230 % von 300,00 €690,00 €
+Fertigungslöhne II220,00 €
+Fertigungsgemeinkosten II145 % von 220,00 €319,00 €
=Fertigungskosten1.529,00 €

▶ 7:46Materialkosten und Fertigungsmaterial

Was von den Herstellkosten nach Abzug der Fertigungskosten übrig bleibt, ist das Budget fürs Material: 2.435,90 € − 1.529,00 € = 906,90 € Materialkosten. Darin steckt ein letztes Mal dieselbe Falle: Die Materialgemeinkosten beziehen sich auf das Fertigungsmaterial. Das Fertigungsmaterial ist also 100 %, die Materialkosten sind 112 %.

Herstellkosten2.435,90 €
−Fertigungskosten1.529,00 €
=Materialkosten (112 %)906,90 €
=Fertigungsmaterial (100 %)906,90 € ÷ 112 % × 100 %809,73 €
Materialgemeinkosten906,90 € − 809,73 €97,17 €

Das höchstens zulässige Fertigungsmaterial beträgt 809,73 €. Für jede der 40 Treppenstufen bleiben damit 20,24 € fürs Holz. Die Materialgemeinkosten ergeben sich zum Schluss als Differenz – damit ist das Schema komplett.

Achtung: Wer 798,07 € Fertigungsmaterial erhält, hat 12 % von den Materialkosten abgezogen – statt auf Hundert zurückzurechnen.

▶ 9:04Das Wichtigste in einem Satz

Frag bei jedem Zuschlag, worauf er sich bezieht – das ist deine 100 %.

Weitere Videos zur Zuschlagskalkulation

Das ganze Schema vorwärts, vom Material bis zum Listenverkaufspreis, mit Nachkalkulation und Istzuschlägen, zeigt das Video zur Vorwärtskalkulation. Stehen Kosten und Verkaufspreis beide fest, ermittelst du mit der Differenzkalkulation, wie viel Gewinn übrig bleibt.

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